Süße Optionen - wie schmeckt die richtige Entscheidung?

Die Frage, die ihn beschäftigte, war „eigentlich“ einfach: Sollte er seine Arbeitszeit prozentual reduzieren, um mehr Work-Life-Balance zu erreichen? Und was hatte das mit seiner momentanen „Lust auf Lakritzbonbons“ zu tun?


Auf den ersten Blick schien das völlig zusammenhanglos... Und dann passte es zusammen:

Lakritz 1 „lag für 60%“ – vom Aussehen her länglich und uneben, enthielt eine Scharte in der Mitte. Er spürte den Drang, es zu essen. Ganz langsam kauend schmeckte es erst süß und „kantig“, dann herb. Nicht wirklich nach „mehr davon...“
Lakritz 2 „lag für 70%“ – (halb-)rund in der Form, glatt im Umfang, ein Halbmond. Es schmeckte bis zum Schluss süß, leichter zerkaubar als Lakritz 1.
Lakritz 3 „lag für 80%“ – das sah ganz runzlig aus, graugesprenkelt -- ihm wurde heiß... und er verspürte einen starken inneren Drang, aufzustehen und herumzulaufen. Er war nervös.  Vom Geschmack her unangenehmer  als die beiden anderen; krümelig und nicht fokussiert.

Lakritz 4 „lag für den Fokus“ – glänzend, hell, rund, nach vorne spitz zulaufend. Wieder der Drang es zu essen. In der Mitte hatte es ein (Drittes) Augenloch. Es knackte beim Reinbeißen, und  schmeckte wenig nach Lakritz.
Im Ganzen also folgendes Bild: 60% schmeckt nicht nach mehr davon, 70% ist süß und leichter zerkaubar (verdaubar), 80% macht heiß, unfokussiert und kreiert eine starke innere Spannung.

Jetzt hatte der Fokus genug:  „Ich mag nicht mehr essen.“

Und tatsächlich war das der Kern, um den es bei der Frage nach Work-Life-Balance „eigentlich“ ging: Den Raum zum Verdauen. 70% sind am leichtesten zerkaubar (verdaubar), und lassen der Süße des Lebens auch ihren Raum.

Und was geschah 2 Monate danach? Ein Projekt fand unerwartet für ihn einen natürlichen Abschluss – und der Raum zum Verdauen war da! Er reduzierte seine Arbeitszeit auf 70% und genießt seither die Süße des neu geschaffenen Lebensraumes.